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Bristol-Stuhlskala: Was dein Stuhltyp bedeutet

Die Bristol-Stuhlskala teilt Stuhl in sieben Formen ein, von harten Klumpen bis flüssig. Mit ihr sprechen Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte über Stuhlgang, ohne dass es peinlich wird. Hier erfährst du, was jeder Typ bedeutet, welche Formen normal sind und wann ein Typ einen Arztbesuch wert ist.

Was ist die Bristol-Stuhlskala?

Die Bristol-Stuhlformen-Skala (englisch Bristol Stool Form Scale) haben Stephen Lewis und Ken Heaton an der Bristol Royal Infirmary in England entwickelt und 1997 veröffentlicht. Sie zeigten: Die Form des Stuhls verrät grob, wie lange er im Darm war. Je länger er bleibt, desto mehr Wasser wird ihm entzogen, und desto härter und klumpiger wird er.

Das macht die Skala doppelt nützlich. Alle haben dieselben Worte für etwas, das sich schwer beschreiben lässt. Und du kannst Veränderungen über Wochen einfach festhalten. In Praxen, Kliniken und Studien wird sie zum Beispiel bei Verstopfung und beim Reizdarmsyndrom genutzt.

Die 7 Typen der Bristol-Stuhlskala im Überblick

Typ 1 war am längsten im Darm, Typ 7 am kürzesten. Tippe auf einen Typ, um zu den Details zu springen.

Die sieben Typen der Bristol-Stuhlformen-Skala (nach Lewis und Heaton 1997). Illustrationen aus der Tummi App.
TypSo sieht er ausWas er oft bedeutet
Illustration Bristol-Stuhlskala Typ 1: Einzelne harte Klumpen, wie NüsseTyp 1 Einzelne harte Klumpen, wie Nüsse Verstopfung Schwer auszuscheiden. Der Stuhl war lange im Darm.
Illustration Bristol-Stuhlskala Typ 2: Wurstförmig, aber klumpigTyp 2 Wurstförmig, aber klumpig Leichte Verstopfung Fest und klumpig, oft mit Pressen.
Illustration Bristol-Stuhlskala Typ 3: Wie eine Wurst mit Rissen an der OberflächeTyp 3 Wie eine Wurst mit Rissen an der Oberfläche Normal Gut geformt, vielleicht etwas trocken.
Illustration Bristol-Stuhlskala Typ 4: Wie eine glatte, weiche Wurst oder SchlangeTyp 4 Wie eine glatte, weiche Wurst oder Schlange Ideal Weich, glatt und leicht auszuscheiden.
Illustration Bristol-Stuhlskala Typ 5: Weiche Stücke mit klaren KantenTyp 5 Weiche Stücke mit klaren Kanten Normal bis weich Geht leicht, eher auf der weichen Seite.
Illustration Bristol-Stuhlskala Typ 6: Flockige, breiige Stücke mit ausgefransten RändernTyp 6 Flockige, breiige Stücke mit ausgefransten Rändern Leichter Durchfall Es ging schnell durch den Darm.
Illustration Bristol-Stuhlskala Typ 7: Wässrig, ohne feste BestandteileTyp 7 Wässrig, ohne feste Bestandteile Durchfall Komplett flüssig.

Bristol-Stuhlskala als PDF herunterladen (A4, zum Ausdrucken)

Welche Stuhlformen sind normal?

Typ 3 und 4 gelten meist als ideal: fest genug, um zusammenzuhalten, weich genug, um ohne Pressen zu kommen. Das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums zählt auch Typ 5 zum Normalbereich, vor allem wenn er leicht geht und du dich wohlfühlst.

Typ 1 und 2 deuten auf Verstopfung hin, Typ 6 und 7 auf Durchfall. Ein einzelner Ausreißer sagt wenig. Ein schweres Abendessen, eine Reise, eine stressige Woche oder die Periode können den Typ für ein, zwei Tage verschieben. Wichtig ist das Muster über mehrere Tage oder Wochen, und ob sich etwas verändert und so bleibt.

Ganz normal ist auch, bei einem Toilettengang mehr als einen Typ zu sehen, etwa fest am Anfang und weicher am Ende. In der Tummi App kannst du deshalb mehrere Typen für einen Stuhlgang eintragen.

Die einzelnen Typen genauer

Bristol Typ 1: einzelne harte Klumpen

Kleine, harte Stücke, ähnlich wie Nüsse oder Kieselsteine, die oft schwer herauskommen. Der Stuhl war lange im Dickdarm. Typ 1 ist ein typisches Zeichen für Verstopfung, besonders wenn du seltener als dreimal pro Woche gehst, pressen musst oder das Gefühl hast, nicht fertig zu sein.

Bristol Typ 2: wurstförmig, aber klumpig

Die Stücke kleben zu einer Wurst zusammen, die Oberfläche ist aber klumpig und der Stuhl fest. Meist ist das eine leichte Verstopfung. Häufige Gründe sind zu wenig Ballaststoffe oder Flüssigkeit, wenig Bewegung, Zurückhalten, Reisen, Schwangerschaft und manche Medikamente wie Eisentabletten oder starke Schmerzmittel. Was hilft, steht im Ratgeber Verstopfung: Was tun?

Bristol Typ 3: Wurst mit Rissen

Gut geformt, mit ein paar Rissen an der Oberfläche. Das ist normal. Wenn du oft Typ 3 hast und es etwas Mühe kostet, bringen dich etwas mehr Wasser und Ballaststoffe oft Richtung Typ 4.

Bristol Typ 4: glatt und weich

Glatt, weich und leicht auszuscheiden, wie eine Wurst oder Schlange. Diesen Typ nennen die meisten Quellen ideal. Der Stuhl war vermutlich in einem angenehmen Tempo unterwegs.

Bristol Typ 5: weiche Stücke mit klaren Kanten

Weiche Stücke, die ihre Form behalten und leicht kommen. Typ 5 liegt am weichen Ende des Normalbereichs und ist häufig nach ballaststoffreichem Essen oder viel Obst. Wird Typ 5 zu deinem neuen Normal, zusammen mit Stuhldrang, Krämpfen oder Blähbauch, lohnt es sich, das aufzuschreiben und ärztlich anzusprechen.

Bristol Typ 6: breiig und flockig

Breiiger Stuhl mit ausgefransten Rändern heißt: Es ging schnell durch den Darm. Oft ist das ein leichter Durchfall. Typische Gründe sind ein Magen-Darm-Infekt, ein Essen, das nicht gut vertragen wurde, viel Zuckeraustauschstoff (Sorbit), Stress, Alkohol und manche Medikamente, zum Beispiel Antibiotika. Typ 6 ab und zu ist kein Grund zur Sorge. Hält er länger als eine Woche an, kommt immer wieder oder zusammen mit Blut, Fieber oder Gewichtsverlust, geh zur Ärztin oder zum Arzt.

Bristol Typ 7: wässrig, ohne feste Bestandteile

Komplett flüssiger Stuhl ist Durchfall. Trink genug, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, und behalte im Blick, wie lange er anhält. Kurze Episoden bessern sich meist innerhalb von einigen Tagen bis einer Woche. Hol dir schnell Hilfe bei Zeichen von Austrocknung, bei Blut oder wenn er länger als eine Woche dauert. Überraschend, aber wichtig: Bei starker Verstopfung kann flüssiger Stuhl an einem harten Kotballen vorbeilaufen (Überlaufdurchfall). Auch das gehört in ärztliche Hände.

Was die Skala nicht zeigt

Die Bristol-Skala beschreibt nur die Form. Über Farbe, Blut, Schleim, Schmerzen oder die Häufigkeit sagt sie nichts, und all das zählt mindestens genauso viel. Eine Diagnose ist sie auch nicht. Zwei Menschen mit Typ 6 können ganz unterschiedliche Gründe haben.

  • Farbe: siehe Stuhlfarbe und ihre Bedeutung.
  • Häufigkeit: siehe Wie oft Stuhlgang ist normal?
  • Babys: Die Skala wurde für Erwachsene entwickelt. Stuhl von Babys, besonders von gestillten Babys, ist normalerweise viel weicher. Frag die Kinderärztin oder den Kinderarzt, was bei deinem Kind normal ist.

So nutzt du die Skala im Stuhltagebuch

Richtig nützlich wird die Skala, wenn du den Typ eine Zeit lang jedes Mal notierst. Nach zwei Wochen kannst du die Fragen beantworten, die in der Praxis fast immer kommen: Wie oft? Welcher Typ? Seit wann? Was hast du schon versucht?

  1. Trag den Typ direkt nach dem Toilettengang ein. Die Erinnerung verblasst schnell.
  2. Notiere, was für dich wichtig ist. Mahlzeiten, Wasser, Ballaststoffe, Stress, Schlaf, Periode oder ein neues Medikament.
  3. Schau auf Wochen, nicht auf Tage. Rutscht deine Verteilung Richtung 1 und 2 oder Richtung 6 und 7?
  4. Nimm es mit in die Praxis. Eine Seite Überblick ist besser, als sich im kurzen Termin an sechs Wochen zu erinnern.

Lieber auf Papier? Im Ratgeber Stuhltagebuch findest du eine kostenlose Vorlage als PDF.

Häufige Fragen

Welcher Bristol-Typ ist ideal?

Typ 3 und 4 gelten meist als ideal: geformt, weich und leicht auszuscheiden. Auch Typ 5 zählt oft noch zum Normalbereich, solange er leicht geht und du dich wohlfühlst.

Ist Bristol Typ 6 schlimm?

Nicht für sich allein. Typ 6 heißt, der Stuhl war schnell unterwegs, oft ein leichter Durchfall nach einem Infekt, bestimmten Lebensmitteln, Stress oder Medikamenten. Ärztlich abklären, wenn er länger als eine Woche anhält, immer wiederkommt oder mit Blut, Fieber, starken Schmerzen oder Gewichtsverlust einhergeht.

Ist Bristol Typ 5 normal?

Meistens ja. Typ 5 liegt am weichen Ende des Normalbereichs und ist nach ballaststoffreichem Essen häufig. Ist er neu und kommen Stuhldrang oder Krämpfe dazu, die nicht weggehen, schreib es auf und sprich es an.

Gibt es die Bristol-Stuhlskala als PDF?

Ja. Du kannst unsere Bristol-Stuhlskala als PDF herunterladen, mit den sieben Illustrationen aus der Tummi App.

Gilt die Bristol-Skala auch für Babys?

Sie wurde für Erwachsene entwickelt. Babystuhl ist normalerweise deutlich weicher. Was bei deinem Kind normal ist, klärst du am besten mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt.

Wer hat die Bristol-Stuhlskala entwickelt?

Stephen Lewis und Ken Heaton von der Bristol Royal Infirmary in England. Ihre Arbeit erschien 1997 im Scandinavian Journal of Gastroenterology.

Quellen

  1. Lewis SJ, Heaton KW. Stool form scale as a useful guide to intestinal transit time. Scand J Gastroenterol 1997;32:920 to 924
  2. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Verstopfung bei Erwachsenen
  3. Cleveland Clinic: Bristol Stool Chart
  4. Hertfordshire Partnership University NHS Foundation Trust: Bristol Stool Chart
  5. gesund.bund.de: Darmkrebs